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Pressemitteilung zur ISPO Munich 2016

'BSI-Präsidentin zurückgetreten

Das Jahr 2016 begann für den BSI mit einem Paukenschlag. Die langjährige BSI-Präsidentin Désirée Derin-Holzapfel ist am 4. Januar 2016 von ihrem Amt zurückgetreten. Die Vorstandsmitglieder und die Geschäftsführung haben die kurzfristige Entscheidung mit großem Bedauern und Respekt zur Kenntnis genommen. Frau Derin-Holzapfel war seit 2007 BSI-Präsidentin.

Sie hat ihr Amt niedergelegt, nachdem sie als Geschäftsführerin der friedola® Gebr. Holzapfel GmbH, Meinhard-Frieda, am 23. Dezember 2015 beim zuständigen Insolvenzgericht in Eschwege einen Insolvenzantrag stellen musste. Die Führung des Verbandes übernahmen satzungsgemäß die drei BSI-Vizepräsidenten Dr. Karl Sedlmeyer (adidas), Dirk Kannemeier (Passier) und Andreas Schimeck (Marmot). Darauf hatte sich das Trio bei einem kurzfristig anberaumten Treffen verständigt.

Nachfolgeregelung ohne Zeitdruck

In Punkto Nachfolgeregelung besteht keine Eile. Einerseits übergibt die zurückgetretene Präsidentin einen gut geordneten Verband. Andererseits können die drei gewählten Vize-Präsidenten entsprechend der Satzung bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung im Mai 2017 den Verband führen und bei Bedarf jeweils einzelvertretungsberechtigt agieren. Sie werden bei ihren Aufgaben tatkräftig von BSI-Geschäftsführerin Nicole Espey und ihrem Team in Bonn unterstützt.

Die BSI-Führung bedauert die Umstände des Ausscheidens von Désirée Derin-Holzapfel zutiefst und bedankt sich sehr herzlich für das jahrelange Engagement und die geleistete Arbeit. Der BSI und seine Mitglieder wünschen ihrer zurückgetretenen Präsidentin viel Erfolg bei den anstehenden Herausforderungen zur Neustrukturierung ihres Unternehmens. Der Geschäftsbetrieb läuft in vollem Umfang weiter, wie der Insolvenz-verwalter bestätigt hat.

Branche geht es gut

Diese Insolvenz bestätigt die zwiespältige Situation im BSI. Einerseits zeigt sich die deutsche Sportartikel-Branche insgesamt gesund und gut aufgestellt. Andererseits trifft es einzelne Unternehmen sehr hart. So waren 2015 einige Insolvenzen von Traditionsunternehmen zu beklagen: Allen voran Kettler, Ehrhard Sport und nun auch friedola. Die Insolvenzen von Kettler und friedola sollen dabei in Eigenregie zu einem guten Ende geführt werden, was Hoffnung zu Optimismus gibt. Der BSI und seine Mitglieder wünschen den betroffenen Unternehmen dabei das Beste.

Ebenso unerfreulich wie die der Jahresstart mit dem Rücktritt der BSI-Präsidentin präsentierte sich in diesem Jahr leider der Winter mit „grünen Weihnachten“ im dritten Jahr. Dazu anschließend mehr im Statement von Vorstandsmitglied Paßreiter.

Jahr der internen Konsolidierung.

Nachdem der Verband 2014 den European Outdoor Summit organisiert hatte, hat der Verband das Jahr 2015 zur internen Konsolidierung genutzt. In diesem Rahmen wurden zwei neue Referentenstellen geschaffen und besetzt: Bastian Tielmann und Martin Liszka. Sie bearbeiten neue Themen und bereiten diese entsprechend für die BSI-Mitglieder auf. So kümmert sich z.B. Bastian Tielmann als ehemaliger Skisprung Nationaltrainer der Niederlande im BSI um sein Fachgebiet und hat gemeinsam mit Siegfried Paßreiter die BSI Fachgruppe Wintersport neu gegründet.

Fachgruppe Wintersport wieder gegründet

Die Fachgruppe Wintersport gliedert sich dabei inhaltlich und organisatorisch an die Fachgruppe Outdoor an. Das macht Sinn, weil beide Fachgruppen mit sehr ähnlichen Herausforderungen und Themenfeldern konfrontiert sind. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Übergänge von Wintersport zu Outdoor fließend sind. Die Kombination der beiden Fachgruppen setzt damit zusätzliche Energien frei, um Fach- und Branchenkennt-nisse, Erfahrungen und Manpower synergetisch zu nutzen.

Im abgelaufenen Jahr wurde auch eine neue Arbeitsgruppe für PSA (Persönliche Schutzausrüstung) und Produktsicherheit ins Leben gerufen. Ein Bereich, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Hier will der BSI die Thematik aufarbeiten und aufbereiten, um seinen Mitgliedern entsprechende Hilfestellung und Unterstützung bieten zu können.

Darüber hat der Verband ein neues Veranstaltungsformat initiiert: Den „BSI Dialog“. Damit bietet der Branchenverband eine Plattform für unterschiedliche Stakeholder – NGO’s, Behörden, Handel, Regierungsvertreter –, um mit Firmen aus der Sportartikel-Industrie aktuelle Themen direkt zu diskutieren. Einen ersten Auf-schlag haben wir im Oktober 2015 mit dem BSI Dialog „Persönliche Schutzausrüstung und Sportartikel“ gemacht, der von zahlreichen Firmenvertretern genutzt wurde, um sich mit Verantwortlichen der Marktüberwachungsbehörden und vom TÜV auszutauschen. Vielfältige Seminare, die während des gesamten Jahres vom BSI angeboten werden, bieten den Mitgliedern weitere Möglichkeiten, sich über aktuelle und Zukunftsentwicklungen zu informieren und sich auf die damit verbundenen Anforderungen vorzubereiten.

CSR: Grüne Zukunftsthemen

Einen weiteren Schwerpunkt innerhalb der Arbeit des BSI bildet das weite Feld CSR (Corporate Social Responsibility). Ein wichtiger Schritt in diesem Zusammenhang war der Beitritt zum von der Bundesregierung angestoßenen Textilbündnis, dem sich inzwischen auch einige engagierte BSI-Mitgliedsfirmen angeschlossen haben. Der BSI beteiligt sich dabei sehr aktiv in drei Unterarbeitsgruppen: „Sozialstandards in der Lieferkette“, „Chemie in der Textillieferkette“ und „Internationalisierung“.

Im Zusammenhang grüner Zukunftsthemen bewegen sich auch zwei von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) geförderte Umweltprojekte: „Wasserdicht, atmungsaktiv und grün“ – Nachhaltige Textilimprägnierung für Outdoorprodukte“ und ein REACH-Projekt: „Beyond Compliance – Förderung „grüner Chemie““, die der BSI als Partner mit den Universitäten Bremen und Darmstadt umsetzt. Die Suche nach Alternativen und sinnvollen Lösungen zu den in der Kritik stehenden per- oder polyfluorierten Imprägnierungen im Outdoor-Bereich steht bei dem ersten Projekt im Vordergrund. Bei dem REACH-Projekt geht es um das komplizierte Feld der Verordnungen rund um den Einsatz von Chemikalien in Bekleidung und Sportgeräten auf internationaler Ebene. Beide Projekte stehen noch in der Anfangsphase, so dass Ergebnisse erst im Jahr 2018 zu er-warten sind. Und last but not least, war der BSI auf der Tierschutz-Tagung im Dezember mit von der Partie, wo es nicht zuletzt u.a. um das sensible Daunen-Thema ging.

Zusammenfassung und Ausblick:

Dem BSI geht es gut. Wir freuen uns über Neumitglieder – wie beispielsweise über den traditionsreichen Ski- und Outdoor-Bekleider Schöffel aus Schwabmünchen und das Unternehmen Restube aus dem Wassersportbereich.

Mit dem Jahr 2016 sind wir in ein Super-Sportjahr gestartet, mit zwei absoluten Highlights: Fußball EM in Frankreich und Olympische Spiele in Brasilien. Das bedeutet, der Sport wird wieder ganz zentral im medialen Interesse stehen. Wir hoffen, dass davon auch die deutsche Sportartikel-Industrie profitieren wird. Die Erfahrung zeigt, dass sich eine Fußball-EM oder WM jeweils sehr direkt in einem Anstieg verkaufter Trikots, Bälle, Fan-Artikel oder Mitgliedschaften in Fußball-Vereinen niederschlägt.

Das Großereignis Olympia hingegen ist weniger unmittelbar an klingelnden Kassen im Sportfachhandel fest-zumachen. Doch gehen wir davon aus, dass sich Olympia insgesamt positiv auf die Wahrnehmung des Sports auswirkt und dafür sorgt, dass die Bevölkerung Sport mit schönen Emotionen verbindet und dazu motiviert wird, selbst mehr Sport zu treiben.

Dass in absehbarer Zeit keine Olympischen Spiele in Deutschland stattfinden werden, hat der BSI zur Kenntnis genommen. Der Verband und seine Mitglieder respektieren die jüngste Entscheidung der Hamburger Bürgerinnen und Bürger. Der FIFA-Skandal, die Doping-Problematik und die extreme Kommerzialisierung einiger internationaler Sportorganisationen und deren Veranstaltungen haben zu dieser Entscheidung sicher ebenso beigetragen, wie die einseitige Verschiebung der finanziellen Risiken auf die Ausrichter und die öffentliche Hand.

Die aktuelle Diskussion um den Internationalen Leichtathletik-Verband mit dem Ausschluss der russischen Athleten sowie die Korruptionsvorwürfe auch im Zusammenhang mit dem DFB machen es für die Zukunft sicher nicht leichter. Reformen sind längst überfällig, will man in Deutschland die Bürger wieder für die Veranstaltung von sportlichen Mega-Veranstaltungen gewinnen. 

Pressemitteilung:

BSI: 2015 – Ein Jahr der Konsolidierung mit kleinen Turbulenzen'

 

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