Der Bund veröffentlicht neues Sportfördergesetz

Nach langen Verhandlungen hat die Bundesregierung in dieser Woche den Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der Förderung des Spitzensports und weiterer Maßnahmen gesamtstaatlicher Bedeutung im Sport sowie zur Errichtung der Spitzensport-Agentur veröffentlicht. Vor dem Hintergrund stetig steigenden Spitzenförderung ohne signifikater Verbesserung des Medaillenspiegels war das Ziel des Vorhabens, die Spitzensportförderung auf eine einheitliche und transparente Grundlage zu stellen und die bestehenden Strukturen wirksamer und moderner auszurichten. Der Entwurf betont unter anderem eine stärkere Potenzial- und Erfolgsorientierung sowie die Einrichtung einer unabhängigen Spitzensport-Agentur, die künftig als zentrale Vergabestelle fungieren soll.

Die Gewichtung der Vorstände und die Frage, wer bei sportfachlichen Entscheidungen „das letzte Wort“ haben würde, wurde zwischen Bundesregierung und DOSB lange heftig diskutiert. Auch die Verankerung der als Stiftung zu organisierenden Agentur in Leipzig – Heimat der Staatsministerin Schenderlein sorgte für Unmut im organisierten Sport, der die Agentur gern in Frankfurt a.M. gesehen hätte. In beiden Punkten hat die Politik am ursprünglichen Plan einer stärkeren Mitbestimmung festgehalten. Allgemein wenig nachvollziehbar scheint jedoch die fehlende Einbeziehung von Athleten Deutschland in Vorstand bzw. Stiftungsrat.

BSI-Referentin Hendrikje Lučić sieht dem Entwurf jedoch auch positiv entgegen: „Die Tatsache, dass sich der Bund im Sportfördergesetz auch Fördermöglichkeit für „weitere Maßnahmen und Projekte mit gesamtstaatlicher Bedeutung im Sport“ offenhält, können wir als Erfolg verbuchen. Die Option der Erweiterung des Zuständigkeitsbereiches des Bundes ist insbesondere vor dem Hintergrund der Bewerbungen um Olympische und Paralympische Spiele von enormer Bedeutung.“

Die Thematik wird auch auf dem 4. Parlamentarischen Sportfrühstück diskutiert werden. Wir werden Sie über den weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens auf dem Laufenden halten.


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