Fachkonferenz „Wirtschaft und Menschenrechte 2026“ in Berlin

„Die Regulierung zeige bereits Wirkung“ so BMAS Staatssekretärin Lilian Tschau zu Beginn der diesjährigen Fachkonferenz am 17.03., die von Volkswagen und dem Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW) veranstaltet wurde. So seien bezüglich der Einhaltung von Menschenrechten konkrete Verbesserung vor Ort spürbar. Dies wurde auch von weiteren Expertinnen und Experten bestätigt. Die Veranstaltung, auf der BSI Mitglied Antje von Dewitz (VAUDE) die Key Note hielt, war gut besucht und auch seitens der Politik hochkarätig besetzt.

Staatssekretärin Tschau stellte anschließend den geplanten Prozess zur Ausgestaltung des CSDDD vor, der bis Mitte 2028 beendet sein muss. So würden derzeit EU-weite Workshops für die Mitgliedsstaaten durchgeführt, um eine harmonisierte Lösung zu erarbeiten. Im Anschluss wird ein Referentenentwurf erarbeitet und in den parlamentarischen Prozess geleitet.
In zahlreichen Workshops wurden detaillierte Fragestellungen diskutiert und erläutert. So wurde beispielsweise das Helpdesk „Wirtschaft und Menschenrechte“ der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung vorgestellt, welches kostenfrei Information zur Ausgestaltung einer umweltschonend und sozialverträglich gestalten Liefer- und Wertschöpfungsketten anbietet.

Auch zur aktuellen Lage der Menschenrechte in China wurden detaillierte Informationen geboten: hier konnte auf eine leicht veränderte Situation bezüglich der Zwangsarbeit verwiesen werden, grundsätzlich existiere sie jedoch weiterhin in großem Rahmen. Dr. Bärbel Kofer, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung berichtete, dass China wie auch weitere Staaten des globalen Südens ebenfalls an der Erarbeitung von Gesetzen zur verbindlichen Handhabung von Umweltrisiken und Arbeitsstandards arbeiten. Allein deshalb sei eine Europäische und besser globale Lösung zum Schutz der Menschenrechte unabdingbar.
Der BNW fasste wie folgt zusammen: „Unser Fazit: Gute Lieferketten sind nicht nur ethisch geboten, sondern auch ökonomisch sinnvoll – und ein entscheidender Baustein für die Zukunftsfähigkeit europäischer Unternehmen.“
 
Weitere Informationen:
Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte 
BNW Volkswagen und BNW - Gemeinsam für Menschenrechte