Der BSI bringt sich seit längerem in die politische Debatte zur Ausgestaltung der Erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) für Textilien und Schuhe ein. Während der Fokus sowohl bei anderen Verbänden als auch beim zuständigen Umweltministerium (BMUKN) häufig auf dem Bereich Textilien und Bekleidung liegt, hat der BSI zuletzt Schuhe als ebenfalls betroffene Produktgruppe stärker in den Blick genommen: Im Juli wurden Mitgliedsunternehmen und weitere Akteure aus der deutschen Schuhbranche – wie Decathlon und Deichmann - zu einem Auftakttermin einer „Taskforce Schuhe“ eingeladen. Diese Taskforce hat nun ein Positionspapier erarbeitet, in dem die zentralen Forderungen der Sport- und Schuhindustrie bezüglich der zukünftigen Ausgestaltung des EPR-Systems für Schuhe formuliert werden.
Unter anderem wird darauf hingewiesen, dass Schuhe klar von Textilien abzugrenzen sind, eigene Governance-Strukturen und Forschungsmittel zur Weiterentwicklung von Recyclingstrukturen brauchen und ökomodulierte Gebührenmodelle auf einheitlichen europäischen Regeln basieren müssen. Das vollständige Positionspapier kann online eingesehen werden. Es wurde am 13.08.2026 an das BMUKN übermittelt und fließt nun in die Vorbereitung des Referentenentwurfs ein, der für September erwartet und vom BSI kommentiert werden wird.
EPR-Pflicht für Schuhe
Parallel zur Erarbeitung des BSI-Positionspapiers zu EPR-Pflicht für Schuhe hat sich eine verbändeübergreifende Allianz um Textil+Mode und HDE zusammengeschlossen, um in einem gemeinsamen Papier gegenüber dem BMUKN unter anderem eine wirksame Einbeziehung der Hersteller in das System zu fordern. Der BSI hat das entsprechende Papier mitunterzeichnet – dieses kann ebenfalls online abgerufen werden.