Am 23. September lud der HDE zum Parlamentarischen Abend in Berlin. Im Mittelpunkt stand die Zukunft der Agrar- und Lebensmittellieferketten und insbesondere die bevorstehende Novellierung der europäischen UTP-Richtlinie. Nach der Begrüßung durch HDE-Präsident Dr. Alexander von Preen setzte Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, mit seiner Keynote den politischen Impuls des Abends.
Die UTP-Regulierung soll insbesondere kleinere Erzeuger vor unlauteren Handelspraktiken schützen. Der HDE machte deutlich, dass Schutzmechanismen zielgerichtet denjenigen zugutekommen sollten, die sie benötigen, zugleich aber unverhältnismäßige Eingriffe und nationales „Gold-Plating“ vermieden werden müssten. Ziel müsse ein faires und auf Vertragsfreiheit basierendes Marktumfeld entlang der Wertschöpfungskette sein.
In seiner Keynote ging Alois Rainer auf die Herausforderungen der nationalen und europäischen Regulierung ein. Nach den Gesprächen des Abends besteht Aussicht auf einen weiteren konstruktiven Austausch mit dem Lebensmittelhandel und eine erneute Überprüfung der bestehenden Regelungen. Zahlreiche Vertreter großer Handelsunternehmen und Verbände nahmen an der Veranstaltung teil.
BSI will Austausch zwischen Handel und Industrie stärken
Für den BSI bot der Abend zugleich Gelegenheit für wichtige Gespräche über die Sport- und Outdoor-Branche. Christoph Müller tauschte sich unter anderem mit Vertretern von Globetrotter, Intersport und dem BTE aus. Dabei wurde vereinbart, den Austausch zwischen BSI und BTE zu intensivieren. Anlass ist unter anderem die Absicht des BTE, das Thema Sport künftig stärker für den Fachhandel zu bearbeiten. Welche Anknüpfungspunkte sich daraus für beide Verbände und ihre Mitglieder ergeben, soll nun in Folgegesprächen ausgelotet werden.
Darüber hinaus ging es um die grundsätzliche Frage, wie Handel und Industrie in unserer Branche bei zentralen Zukunftsthemen enger zusammenarbeiten können. Denn viele Herausforderungen betreffen heute nicht mehr einzelne Marktstufen, sondern Industrie, Handel, Wissenschaft und Politik gleichermaßen. Dazu gehören etwa Kreislaufwirtschaft und Circularity, Reparatur und verlängerte Produktlebensdauer, digitale Produktpässe, Nachhaltigkeitsregulierung, KI und Datenstandards sowie die Zukunft des Outdoor-Marktes.
Der BSI möchte deshalb die Idee eines kleinen, hochkarätig besetzten Dialogkreises mit ausgewählten Entscheiderinnen und Entscheidern weiterverfolgen. Ziel ist es, die gemeinsamen Herausforderungen besser zu verstehen, Perspektiven zusammenzubringen und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln. Globetrotter und Intersport haben bereits signalisiert, sich aktiv in ein solches Format einbringen zu wollen. Weitere Gespräche wurden vereinbart.
Die Botschaft des Abends aus BSI-Sicht: Bei vielen Zukunftsfragen sitzen Handel und Industrie im selben Boot. Die Herausforderungen lassen sich besser gemeinsam angehen als getrennt. Genau dafür soll der Dialog nun intensiviert werden.