Im Frühjahr 2026 hat das Bundesumweltministerium (BMUKN) den Runden Tisch „Kreislaufwirtschaft im Textilbereich / Ultra-Fast-Fashion" ins Leben gerufen. Ziel des Dialogformats ist es, die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Ultra-Fast-Fashion zu diskutieren und eine Definition für die entsprechenden Geschäftsmodelle und Produkte zu entwickeln. Diese Definition will die deutsche Bundesregierung zukünftig unter anderem in die europäische Diskussion zur Regulierung von Ultra-Fast-Fashion einbringen.
Der BSI war durch Alexandra Wittwer, Referentin für Nachhaltigkeit, bei den bisherigen Treffen des Runden Tisches vertreten und hat nun auch am dritten Termin am 22.09.2026 teilgenommen. Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft diskutierten die Operationalisierung und Messbarmachung von Kriterien zur Beschreibung von Ultra-Fast-Fashion sowie ihre Eignung zur Abgrenzung entsprechender Geschäftsmodelle von denen klassischer Bekleidungsunternehmen. Es gab Einigkeit, dass sich das Phänomen vor allem durch hohe in Verkehr gebrachte Mengen in niedriger Qualität und die teilweise Nichteinhaltung geltender Regelungen Standards auszeichnet. Die detaillierte, rechtssichere Beschreibung dieser Kriterien wurde angeregt diskutiert, ebenso wie die Verzahnung einer Definition mit bestehenden oder kommenden Regulierungen wie ESPR, DPP und der EPR-Pflicht für Textilien und Schuhe.
Der BSI nutzte die Gelegenheit, die Sichtweise der Sportartikelindustrie in die Diskussion einzubringen und auf die Besonderheiten der Branche hinzuweisen, beispielsweise bezüglich der Auswirkungen unfairer Wettbewerbspraktiken und mangelnden Vollzugs im Hinblick auf fehlende Produktsicherheitsaspekte bei Ultra-Fast-Fashion Produkten.
Der Runde Tisch wird im Herbst zu zwei weiteren Terminen zusammenkommen, an denen sich der BSI ebenfalls beteiligen wird. Im nächsten Jahr ist eine Abschlusskonferenz geplant. Der BSI informiert die Mitglieder über die weiteren Entwicklungen und mögliche Auswirkungen auf die Branche.