Zwanzig Prozent der Grundschüler verlassen die Schule als Nicht-Schwimmer - das sind 500.000 pro Jahr, weitere 40 Prozent könnten nicht sicher schwimmen. Laut aktueller Studien hängt die Schwimmfähigkeit zudem vom Einkommen der Eltern ab – so können nur die Hälfte der Kinder aus Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 2.500 Euro schwimmen, bei Eltern mit einem Nettoeinkommen ab 4.000 Euro liege der Anteil bei nur noch zwölf Prozent.
Vor dieser Datenbasis tagte der Sportausschuss in der vergangenen Woche und diskutierte mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern des DSV und der DLRG über die aktuelle Situation des Schwimmsportes, insbesondere der Schwimmfähigkeit bei Kindern. Der Bundestag hatte überraschend 20 Mio. € zusätzlich für ein neues Modellvorhaben „Deutschland lernt Schwimmen“ zur Verfügung gestellt. DSV und die Bäderallianz stellte, gemeinsam mit der dsj Ansätze vor, wie die Schwimmfähigkeit verbessert werden könne. Im Rahmen des mit der Bäderallianz entwickelten Deutschen Schwimmbadplans hätten sie die Vision, „dass bis 2035 jedes Kind in Deutschland nach der Grundschule sicher schwimmen kann“. Dies können jedoch nur gelingen, wenn alle Stakeholder eng zusammenarbeiten. Konkret wurden dazu beispielsweise folgende Vorschläge vorgestellt:
- Bau einfacher Lernschwimmbäder
- Erfassung der Schwimmfähigkeit in Vorsorgeuntersuchungen
- Verbesserung der interkommunalen Zusammenarbeit: Einrichtung von Runden Tischen (Bund-Länder-Gemeinden)
Am Rande des Sportausschusses, bei dem auch Stefan Rosenkranz und Hendrikje Lučić anwesend waren, konnten auch Gespräche zum am 23.4.26 stattfindenden Parlamentarischen Sportfrühstück geführt werden.
In der Mediathek des Bundestages kann die Aufzeichnung der Sitzung angesehen werden.