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BSI-Positionspapier: Verantwortungsbewusster Wintersport ist auch während der Corona-Pandemie möglich

Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. beobachtet mit großer Sorge die Diskussionen um ein europaweites Wintersportverbot. Angesichts der großen Anstrengungen, die die gesamte Branche unternommen hat, um Wintersport auch in Pandemiezeiten möglich zu machen und angesichts der sehr niedrigen Infektionsgefahr auf der Piste halten wir es für wichtig und vertretbar, in einem angemessenen Rahmen Wintersport zu ermöglichen.

 

Sport ist ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland und gerade der vergangene Sommer hat gezeigt, wie wichtig es für die Menschen ist, sich draußen zu bewegen und Sport zu treiben zu können. Bewegung und Sport an der frischen Luft und in der Natur wirken sich besonders positiv auf das körperliche wie geistige Wohlbefinden und die Gesundheit aus.

 

Die Wintersportverbände DSV (Deutscher Skiverband), DSLV (Deutscher Skilehrerverband), Snowboard Germany und die Stiftung Sicherheit im Skisport sprechen sich deutlich gegen ein europaweites Skiverbot aus. Dem schließen wir uns an.

 

Alleine 11 Millionen Deutsche gehen Jahr für Jahr zum Skifahren, Snowboarden oder Langlaufen. Der gesamte Wintersport ist somit ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftsfaktor, laut Sportsatellitenkonto des Bundesinstitut für Sportwissenschaft werden im Jahr fast 13 Mrd. Euro an Konsumausgaben für Skifahren und Snowboarden aufgewendet.

 

Es ist absolut nachvollziehbar, dass der Wintersport in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden kann. An Aprés Ski und normale Skiurlaube ist selbstverständlich nicht zu denken. Verschiedene Regelungen in Deutschland und den europäischen Nachbarstaaten in Bezug auf Einreisebestimmungen, Quarantänepflichten und Einschränkungen der Hotellerie und Gastronomie und nicht zuletzt das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung sorgen bereits heute dafür, dass große Touristenströme in die Skigebiete ausbleiben werden.

 

Allerdings ist die Bedeutung von Tagesausflügen für die deutschen Wintersportgebiete, die Seilbahnbetreiber, die Hersteller von Skiausrüstung, Sportfachhändler, Verleihstationen und nicht zuletzt für die Wintersportler selbst sehr hoch. Wir plädieren aus verschiedenen Gründen dafür, den Menschen in diesem Rahmen ihren Wintersport zu ermöglichen:

 

  • Die gesamte Branche hat bereits seit Monaten gemeinsam mit der Politik Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen entwickelt und teilweise bereits erfolgreich umgesetzt. Noch Ende Oktober 2020 haben drei Bayerische Staatsministerien das „Winter-Hygienekonzept Seilbahnen“ veröffentlicht.
  • Auf Skipisten und in Loipen gibt es ausreichend Platz für Alle. Der Aufenthalt in Kabinenbahnen ist deutlich kürzer und die Belüftung besser als in Einrichtungen des öffentlichen Nahverkehrs.
  • Die Akzeptanz der allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln ist zudem im allergrößten Teil der Bevölkerung gegeben, sodass eine Öffnung der Skigebiete nach dem Teil-Shutdown aus unserer Sicht möglich ist.

Die Hersteller von Ski- und Snowboardausrüstung, wie auch der vom Wintersportbetrieb stark abhängige Sportfachhandel in den Wintersportgebieten, sind schon durch das Ausbleiben der Urlauber massiv betroffen, haben hohe Umsatzausfälle zu verzeichnen und bangen teilweise um ihre Existenz. Sollten die Lifte und Loipen kom-plett geschlossen bleiben müssen, werden massive staatliche Hilfen notwendig sein, um diese eigentlich wirtschaftlich gesunden und erfolgreichen Unternehmen zu stützen und die vielen regionalen Arbeitsplätze zu sichern.

 

Wir appellieren daher an die politischen Entscheidungsträger, bei der Einschränkung von Wintersport mit Augenmaß vorzugehen. Eine komplette Schließung der Skigebiete wäre das Gegenteil dessen, da sie weder not-wendig noch verhältnismäßig ist. Bei allen erforderlichen Einschränkungen sollte die Politik immer auch im Auge behalten, welche hohe Bedeutung Sport und Bewegung für die Menschen und die Gesellschaft insgesamt haben. Wo immer Sport mit vertretbar geringem Infektionsrisiko stattfinden kann, muss er auch möglich bleiben. Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie und seine Mitglieder bringen sich gerne auch im direkten Austausch mit den zuständigen Bundes-und Landesministerien in die weitere Diskussion ein.

 

Download: Das Statement als PDF.

 

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