HomeDer BSIArbeitsgruppenAG CSRNachhaltigkeit und ChemieREACH und Chemikalien

Informationen zu REACH und Chemikalien

 

Die sichere und nachhaltige Verwendung von Chemikalien ist für die Unternehmen der Sportartikelbranche ein Anliegen von zentraler Bedeutung. Ob synthetische Fasern für Sporttextilien, Schuhe und Hartwaren aus Kunststoff, wasser- und schmutzabweisende Beschichtungen, Waxe oder Pflegemittel – die Sportartikelindustrie nutzt chemische Substanzen in vielfältiger Art und Weise, um neue und verbesserte Materialien, Technologien und Produkte auf den Markt zu bringen.

 

Der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie und seine Mitglieder arbeiten deshalb bereits seit mehreren Jahren gemeinsam an einer umweltgerechten Produktionsumstellung und der Substitution von gefährlichen Chemikalien durch ungefährliche Alternativsubstanzen.

REACH - Das europäische Chemikalienrecht

 

Im Rahmen der REACH-Verordnung wird in der Europäischen Union und allen Mitgliedsstaaten der Umgang mit Chemikalien geregelt. REACH steht für die Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) ist die zentrale Organisation für die Umsetzung von REACH und weiteren Chemikaliengesetzen in der EU.

 

In der REACH-Verordnung wird die Zulassung und Beschränkung von Chemikalien sowie die damit verbunden Verpflichtungen geregelt. Aufgrund ihrer gefährlichen Eigenschaften sind die sogenannten besonders besorgniserregenden Stoffe (substances of very high concern, SVHC) von besonderer Bedeutung.

Zulassungsverfahren

 

Im Zulassungsverfahren werden besonders besorgniserregende Stoffe über einen mehrstufigen Prozess in den Anhang XIV der REACH-Verordnung aufgenommen. Nach Aufnahme in diesen Anhang unterliegen sie der Zulassungspflicht, d. h. diese Stoffe dürfen erst in den Verkehr gebracht und verwendet werden, wenn sie für die jeweilige Verwendung zugelassen wurden.

 

Jeder Mitgliedsstaat oder die ECHA (auf Ersuchen der Europäischen Kommission) kann einen Stoff zur Identifizierung als besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) vorschlagen. Wenn der Stoff nach ausführlichen Untersuchungen als SVHC identifiziert wird, wird dieser auf die Liste der in Frage kommenden Stoffe – die sogenannte Kandidatenliste – aufgenommen.

 

 Die ECHA priorisiert die Stoffe auf der Kandidatenliste, um zu ermitteln, welche Stoffe in das Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe (Anhang XIV der REACH-Verordnung) aufgenommen werden sollen. Diese Stoffe dürfen ab einem bestimmten Datum nicht in Verkehr gebracht oder nicht mehr verwendet werden, es sei denn, für ihre spezifische Verwendung wurde eine Zulassung erteilt oder die Verwendung wurde von der Zulassungspflicht ausgenommen.

 

SVHC-Kanidatenliste

https://echa.europa.eu/de/candidate-list-table

 

Hinweis: Eine vom BSI erstellte Übersichtstabelle über alle SVHC-Stoffe, die für Textilien und Bekleidung relevant sind, und zusätzliche Informationen finden Sie im BSI-Mitgliederbereich. Diese Listen werden regelmäßig aktualisiert.

Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)

 

Stoffe, die ernste Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben können, können als „besonders besorgniserregende Stoffe" (Substances of Very High Concern, SVHC) eingestuft werden. Dabei handelt es sich um Stoffe, die als eine der folgenden Kategorien angesehen werden:

- krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend (carcinogenic, mutagenic or toxic to reproduction, CMR)
 

- persistente, bioakkumulierbare und toxische (PBT)
 

- sehr persistent und sehr bioakkumulierbar (very persistent and very bio-accumulative, vPvB)
 

- andere ähnlich besorgniserregende Stoffe, denen ernste Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt nachgewiesen werden. Zu diesen Chemikalien gehören bestimmte endokrine Disruptoren (Stoffe mit schädlicher Wirkung auf das Hormonsystem) und Stoffe, die eine Sensibilisierung nach Inhalation bewirken können.

Beschränkungsverfahren

 

Für alle Stoffe, von denen ein unangemessenes Risiko für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt ausgeht, gibt REACH die Möglichkeit der Beschränkung von Herstellung, Inverkehrbringen und Verwendung. Es können Beschränkungen und auch, falls notwendig, Verbote verhängt werden. Dossiers mit Vorschlägen für Beschränkungen werden von den Mitgliedstaaten (MS) oder, im Auftrag der Kommission (KOM), von der ECHA ausgearbeitet. Die Beschränkung erfolgt durch die Aufnahme der Substanz in den in Anhang XVII der REACH-Verordnung.

 

Beschränkte Substanzen - Anhang XVII

ECHA: Liste der Beschränkungen

 

Hinweis: Eine vom BSI erstellte Übersichtstabelle über alle beschränkten Stoffe, die für Textilien und Bekleidung relevant sind, und zusätzliche Informationen finden Sie im BSI-Mitgliederbereich. Diese Listen werden regelmäßig aktualisiert.

Informationspflichten

 

Sportartikelhersteller, also Unternehmen, die laut REACH-Verordnung sog. „Erzeugnisse“ (z.B. Textilien, Schuhe, Hartwaren) herstellen oder importieren, die einen besonders besorgniserregenden Stoff der Kandidatenliste in einer Konzentration von über 0,1 Massenprozent (w/w) enthalten, müssen ausreichende Informationen bereitstellen, um dem Abnehmer des Erzeugnisses eine sichere Verwendung des Erzeugnisses zu ermöglichen. Der Lieferant des Erzeugnisses muss diese Informationen innerhalb von 45 Tagen kostenfrei bereitstellen.

 

Informationsmaterialen:

Hinweis:

 

Zulassungspflichtige Substanzen - Anhang XIV

ECHA: Verzeichnis der zulassungspflichtigen Stoffe

 

Detailierte Informationen zum Zulassungsverfahren finden Sie unter den folgenden Links:


REACH Help Desk: Zulassungsverfahren für chemische Stoffe

 

ECHA: Zulassung

Hinweis:

 

Detailierte Informationen zum Beschränkungsverfahren finden Sie unter den folgenden Links:


REACH Help Desk:Beschränkungsverfahren für chemische Stoffe

 

ECHA: Beschränkung

Hinweis:

Im internen BSI-Mitgliederbereich finden sich detailierte Informationsmaterialien, Übersichtslisten und Erklärungen zu denjenigen Substanzen auf der Kandidatenliste, die für die Hersteller von Sportartikeln und Bekleidung von zentraler Bedeutung sind.

 

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